Marktanalyse 2015 – Der Rückblick mit den Zahlen

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War 2015 ein erfolgreiches Gaming Jahr? Für mich als Gamer auf jeden Fall. Und so hätte ich vom Bauchgefühl her gesagt, dass es zumindest im Bereich Softwareverkäufe besser als im Vorjahr lief. Ich sollte mich nicht getäuscht haben, wie eine genauere Analyse zeigt.

Der Unterschied ist allerdings marginal. Letztes Jahr hatten wir ein Shadow of Mordor, dieses Jahr ein MGS 5, letztes Jahr ein Destiny, dieses Jahr ein SW Battlefront. The Crew lief vergleichbar gut wie das neue Need for Speed, The Last of Us HD und die Halo Collection kann man mit der Uncharted Collection und der Ultimate Edition von Gears of War vergleichen. Far Cry 4 und Watch Dogs werden mit Witcher 3, Halo 5 und Fallout 4 aufgehoben. GTA 5 verkauft sich erstaunlicherweise immer noch fast so gut wie im Vorjahr, als es auf Next Gen released wurde.

Bemerkenswert war sicherlich der Hype um Fallout 4 und Star Wars Battlefront, die sich je um die 10 Millionen mal verkauft haben. Rechnet man diese beiden Spiele weg, dann wäre 2015 in etwa gleich erfolgreich gewesen wie 2014. Bemerkenswert ist auch, dass Splatoon auf Platz 7 der meistverkauften Spiele (single platform) landete. Das ist eine erfreuliche Nachricht. Spannend für mich war dann auch der Vergleich der Spieleserien, die alljährlich oder zumindest regelmässig erscheinen.

Call of Duty

Die Call of Duty Serie erlebte den Peak mit Modern Warfare 3. Black Ops 1&2 verkauften sich ähnlich gut. Ghosts lief noch ganz gut, bei Advanced Warfare war dann aber ein starker Abfall der Verkaufszahlen zu erkennen. Black Ops 3 hingegen dürfte in ein paar Monaten locker an Advanced Warfare vorbeiziehen. Vielleicht wird es sich sogar im Bereich zwischen Ghosts und den ersten Black Ops Teilen bewegen. Vergleicht man nämlich die ersten paar Wochen, dann liegt Black Ops 3 nur knapp zwei Millionen hinter MW3. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass es sich auf lange Sicht besser verkauft als Modern Warfare 3. Einerseits könnte es mit der Abwärtskompatibilität von Black Ops 1&2 auf der Xbox One einen Schub erleben, andererseits füllt es die Marktlücke der Splitscreen-Spiele. 2016 ist im Triple-A-Bereich nur Battleborn als Splitscreen-Spiel angekündigt, sonst nichts. Es werden also viele auf den Zombie-Modus und die Kampagne von Black Ops 3 zurückgreifen.

Assassin’s Creed

Syndicate hat es in der ersten Woche im Retail nicht einmal mehr auf eine Million gebracht. Assassin’s Creed erlebte den Peak um Teil 3 und 4 herum. Seither ist die Tendenz klar sinkend. Seit Unity sind auch die Konsumenten skeptischer. Ausserdem sind bei den Spielern wie auch bei den Machern klare Müdigkeitserscheinungen erkennbar. Man hat genug von more of the same, das bei Online-Spielen vielleicht noch ganz gut, bei Singleplayer Games auf alljährlicher Basis längerfristig nicht funktioniert. Ubisoft ist bis heute die einzige Firma, die dieses Experiment gewagt hat. Wie man mittlerweile weiss, wenden sie sich von diesem Modell wieder ab. 2016 soll kein grosses Assassin’s Creed erscheinen. Das könnte den Verkaufszahlen von Syndicate ganz gut tun, zumal es auch nicht so stark gebündelt wurde wie Unity. Dennoch wird Syndicate weniger Geld als all seine Vorgänger (umsatztechnisch, nicht Reingewinn) in Ubisofts Kassen gespült haben werden.

Fifa, NfS, Halo

Fifa 16 läuft minimal schlechter als sein Vorgänger, da es nun auf weniger Plattformen erscheint. Längerfristig kann man die Zahlen nur schwer einschätzen. In den letzten fünf Jahren haben die Verkäufe stets zugenommen. Ich denke, dass mit Teil 15/16/17 der Peak erreicht wurde/wird. Es ist allerdings gut möglich, dass sich Fifa noch ein paar Jahre auf hohem Niveau hält, weil sich die PS4 so gut verkauft. Und Fifa lief auf Sonys Konsolen schon immer am besten.

Need for Speed dürfte für EA ein finanzieller Erfolg gewesen sein, obwohl es sich nicht bombastisch verkauft hat. Ich denke, sie haben die Verkäufe recht realistisch eingeschätzt. Der Peak erlebte die Serie vor rund 10 Jahren. Immerhin scheint der Trend steigend zu sein, vergleicht man die ersten zehn Wochen vom neusten Teil mit Rivals, das sich in derselben Zeit rund eine halbe Million mal weniger verkaufte.

Die stärkste Einbusse musste wohl Halo hinnehmen. Die first week sales liegen etwa 50% unter den beiden direkten Vorgängern. Halo 4 hat noch gut funktioniert, weil die install base der 360 so gross war und noch niemand wusste, dass 343 Industries so viel schlechter ist als Bungie, die mit Destiny den grösseren Hit gelandet haben als 343 Industries mit Halo 4. Halo 3 verkaufte sich in der ersten Woche also doppelt so gut wie Teil 5, obwohl zu dieser Zeit erst rund 11 Millionen Xbox 360 Konsolen im Umlauf waren. Zum Release von Halo 5 befanden sich bereits 15 Millionen Xbox One Konsolen im Umlauf. Das kommt davon, wenn man DEM Couch Co-Op Game den Splitscreen wegnimmt! Ha!

Toys to Life

Ähem… Die Zahlen sind relativ schwer einzuschätzen, da solche Games oftmals auf lange Sicht auch noch sehr gut verkauft werden. Wie mir aber scheint, verkaufen sich die Spiele massiv schlechter. Disney Infinity 3.0 kommt zum Beispiel trotz Star Wars Hype kaum über den Erfolg des Erstlings bzw. von Disney Infinity 2.0 hinaus. Skylanders erlebte den Peak vor zwei Jahren mit Swap Force. Trap Team lief noch einigermassen gut, aber SuperChargers verkauft sich katastrophal schlecht. Die Preise des Hauptsets wurden teilweise bereits einen Monat nach Release reduziert. Diese massive Einbusse entstand vermutlich, weil sich die herkömmliche Wii 2015 definitiv aus dem Markt verabschiedet hat. Toys to Life funktionierte auf dieser Konsole noch am besten. Ausserdem wurde der Markt mit den amiibos überschwemmt, die das Sammelpotenzial der Skylanders-Figuren vernichtete. Die entstandene Lücke wurde allerdings von Lego Dimensions ganz gut gefüllt. Man darf gespannt sein, was diese Marke noch erreichen wird. Das Spiel verkauft sich im ersten Jahr bereits besser als seine beiden Konkurrenten (die sich aber eben auf dem absteigenden Ast befinden).

Konsolen

Die Vita und die Wii U verkaufen sich immer noch etwa gleich schlecht, während die PS4 nochmals ziemlich stark und die Xbox One auch ein wenig zugelegt hat. Wie wir allerdings wissen, sind die Hardwareverkäufe seit Jahren rückgängig. Das könnte sich 2016 oder spätestens 2017 ein erstes Mal ändern, sollte die NX Konsole erscheinen und nicht wieder so schlecht vermarktet werden wie die Wii U. Ausserdem ist damit zu rechnen, dass die PS4 und die Xbox One weiterhin so gut, wenn nicht sogar besser laufen werden.

Wenn ich mir die Releases 2016 anschaue, dann bin ich positiv gestimmt. Uns erwartet eine regelrechte Welle. Jeder Monat bietet mindestens einen grossen Titel an. Die Wii U wird dank dem Twilight Princess HD Remake (das in den USA gegen eine Dreiviertelmillion Preorders zuläuft!) und dem neuen Zelda-Teil besser laufen. Auf dem 3DS erwartet uns immerhin Fire Emblem, Bravely Second und die Dragon Quest Remakes (und in Europa Yo-Kai Watch). Die PS4 und Xbox One können auf Far Cry Primal, The Division, Uncharted 4, Quantum Break, Lego Star Wars 7, Doom, Homefront, Mirror’s Edge, Overwatch, Horizon: Zero Dawn, Mafia 3, Deus Ex: Mankind Devided und Battlefield 5 zählen. Evtl. folgen sogar Final Fantasy 15, Gears of War 4 und ein neues Gran Turismo. Diese Titel dürften zusammen Witcher 3, MGS 5, SW Battlefront, Halo 5 und Fallout 4 übertrumpfen.

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8 Kommentare zu “Marktanalyse 2015 – Der Rückblick mit den Zahlen
  1. Joey sagt:

    Danke für den Überblick!
    Ich bin doch eher überrascht, dass CoD den Abwärtstrend wieder leicht abfedern konnte. Ich bin gespannt, wie lange sich diese Kuh noch melken lässt. Auch AC scheint langsam durch zu sein.
    Persönlich bin ich etwas enttäuscht, dass Halo ebenfalls zu schwächeln beginnt, dabei ist Halo 5 spielerisch wieder auf höchstem Niveau. Das hat man halt davon, wenn man zuvor mal „versagt“ hat,

  2. Lee sagt:

    Das grösste Problem von Halo 5 war, dass es keinen Splitscreen gab. In Anbetracht dieser Tatsache bin ich äusserst glücklich über die sinkenden Verkaufszahlen. Ich denke also nicht, dass die „Qualität“ von Halo 4 mehr zur Misere beigetragen hat als der fehlende Splitscreen. Ausserdem hat Bungie ganz klever gehandelt und gut einen Monat vor Release von Halo 5 König der Besessenen rausgebracht und so den Hype um Destiny nochmals entfacht.

    Bezüglich CoD bin ich hingegen nicht überrascht. Black Ops 3 verkauft sich unter anderem auch so gut, weil es mit den verschiedenen Modi und deren Möglichkeiten (Splitscreen, Multiplayer, Singleplayer) ein extrem breites Publikum anspricht, das zum Beispiel Halo verorengegangen ist.

  3. Dennis sagt:

    Toller Vergleich ohne viel Zahlen-Wirrwarr!
    Hatte einen ähnlichen Bericht bei mir aber auf PC-Basis:
    http://www.gamer83.de/games-report-das-waren-die-top-pc-games-2015/

    Viele Grüße
    Dennis

  4. Nice article! Thanks for sharing this.I have learned a lot from this and it really helps in maintaining

  5. eröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  6. onlinegames sagt:

    Zu Call of Duty muss ich sagen, der Titel wird meiner Meinung nach von Jahr zu Jahr schlechter. Eines der besten Spiele war noch Modern Warfare 3, danach kam das ganze Zukunftsthema in CoD und das gefällt mir überhaupt nicht. Vor allem, dass man in den neusten Titel mit Jetpack und co. fliegen kann, passt meiner Meinung nach gar nicht zu CoD. Die Zahlen die Du zusammengetragen hast, zeigen, dass die breite Masse auch so denkt. Ich hoffe immer noch, dass ein back to the roots Einzug hält. Zu den Konsolen, die Vermarktungsstrategie für die Wii U war ganz sicherlich ausschlaggebend für ihren Misserfolg, weil in der Wii U eigentlich ein riesiges Potenzial steckt, man muss es eben nur auch so rüberbringen. Danach, was bisher zur Nintendo Switch (NX) bekannt ist, sieht es für mich ganz danach aus, als würde es meine nächste Konsole werden. Die Nintendo Switch könnte sogar ein Selbstläufer werden. Bin gespannt, welche Zahlen du Ende 2016/ Anfang 2017 für uns bereithältst. :-)

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